Die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs)

Die acht Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen sind der globale Rahmen entwicklungspolitischen Engagements. In ihnen sind die drängendsten Aufgaben zur Überwindung der Armut formuliert, die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollen.
Bis zur Zielmarke bleibt also nicht mehr viel Zeit…

Im Jahr 2000 trafen sich führende und hochrangige Vertreter (Staats- und Regierungschefs) von insgesamt 189 Ländern, zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York. Als Ergebnis des Gipfels wurde die Millenniumserklärung verabschiedet. Darin sind wichtige Politikfelder und Aktivitäten für das 21. Jahrhundert enthalten.

Die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) wurden später von der Millenniumserklärung abgeleitet und umfassen folgende Bereiche: Armut, Bildung, Gleichstellung der Geschlechter, Müttersterblichkeit, Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten, Umweltschutz und globale Partnerschaften. Die acht MDGs werden durch 21 Zielvorgaben veranschaulicht. Zu allen MDGs sind Indikatoren verfügbar, welche den Fortschritt messen sollen.

"Die Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 zu erreichen ist schwierig, aber möglich. Viel hängt von der Erreichung des Ziels 8, der weltweiten Entwicklungs- partnerschaft, ab. Wir dürfen nicht erlauben, dass die derzeitigen Wirtschaftskrisen, die einen Großteil der entwickelten Länder heimsuchen, den Fortschritt verlangsamen oder rückgängig machen."
Ban Ki-Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen 2012


MDG 1: Extreme Armut und Hunger beseitigen

  • Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, deren Einkommen weniger als einen US-Dollar pro Tag beträgt.
  • Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle, einschließlich Frauen und junger Menschen, verwirklichen.
  • Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die Hunger leiden.

MDG 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung

  • Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Primarschulbildung vollständig abschließen können. 

MDG 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen

  • Das Geschlechtergefälle in der Grund- und Sekundarschulbildung beseitigen, vorzugsweise bis 2005 und auf allen Bildungsebenen spätestens bis 2015. 

MDG 4: Senkung der Kindersterblichkeit

  • Zwischen 1990 und 2015 die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel senken. 

MDG 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern

  • Zwischen 1990 und 2015 die Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel senken.
  • Bis 2015 den allgemeinen Zugang zu Leistungen der Reproduktionsmedizin verwirklichen. 

MDG 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

  • Bis 2015 die Ausbreitung von HIV/AIDS zum Stillstand bringen und allmählich umkehren.
  • Bis 2010 allgemeinen Zugang zu HIV/AIDS-Behandlung für alle Behandlungsbedürftigen sicherstellen.
  • Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und allmählich umkehren.

MDG 7: Umweltschutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

  • Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in einzelstaatliche Politiken und Programme einbauen und den Verlust von Umweltressourcen umkehren.
  • Den Verlust an biologischer Vielfalt reduzieren, mit einer signifikanten Reduzierung der Verlustrate bis 2010.
  • Bis 2015 den Anteil der Menschen um die Hälfte senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und grundlegenden sanitären Einrichtungen haben.
  • Bis 2020 eine erhebliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern herbeiführen. 

MDG 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

  • Ein offenes, regelgestütztes, berechenbares und nicht diskriminierendes Handels- und Finanzsystem weiterentwickeln. Dies schließt die Verpflichtung zu guter Regierungsführung, die Entwicklung und die Armutsreduzierung – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene mit ein.
  • Den besonderen Bedürfnissen der am wenigsten entwickelten Länder Rechnung tragen. Umfasst den zoll- und quotenfreien Zugang für die Exporte der am wenigsten entwickelten Länder, ein verstärktes Schuldenerleichterungsprogramm für die hochverschuldeten armen Länder und die Streichung der bilateralen öffentlichen Schulden sowie die Gewährung großzügigerer öffentlicher Entwicklungshilfe an Länder, die sich für die Armutsminderung einsetzen.
  • Den besonderen Bedürfnissen der Binnen- und kleinen Inselentwicklungsländer Rechnung tragen (durch das Aktionsprogramm für die nachhaltige Entwicklung der kleinen Inselstaaten unter den Entwicklungsländern und die Ergebnisse der 22. Sondertagung der Generalversammlung).
  • Die Schuldenprobleme der Entwicklungsländer durch Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene umfassend angehen und so die Schulden langfristig tragbar werden lassen.
  • In Zusammenarbeit mit den Pharmaunternehmen unentbehrliche Arzneimittel zu bezahlbaren Kosten in den Entwicklungsländern verfügbar machen.
  • In Zusammenarbeit mit dem Privatsektor dafür sorgen, dass die Vorteile der neuen Technologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, genutzt werden können.

Millennium Development Goals Bericht 2014

Im Juli 2014 ist der "Millennium Development Goals Bericht 2014" erschienen. Auf 59 Seiten werden die neusten Entwicklungen in Bezug auf die Entwicklungsziele beleuchtet. 

Die einzelnen Ziele werden überprüft, Zahlen und Fakten stellen eine Bilanz des bisher Erreichten dar und gleichzeitig wirft der Bericht einen Blick in die Zukunft. "Substantial progress has been made in most areas, but much more effort is needed to reach the set targets."

Lesen Sie hier den kompletten Bericht.

 


Da abzusehen ist, dass die Millenniumsentwicklungsziele bis zum Jahr 2015 nur teilweise erreicht sein werden, haben die UN-Mitgliedsstaaten, internationale Entwicklungsorganisationen und die Zivilgesellschaft einen Diskussionsprozess über eine mögliche Post-2015-Entwicklungsagenda initiiert.

Die auf der Rio+20-Konferenz (Juni 2012 in Rio de Janeiro) beschlossene Entwicklung von globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs), könnte Teil einer solchen Post-2015-Agenda werden. Die Ziele sollen die Herausforderungen der Armutsbekämpfung, des Umweltschutzes, des nachhaltigen Konsums sowie der nachhaltigen Produktion betreffen. Darüber hinaus dienen die SDGs dazu, die Lücken der MDGs zu schließen und mit dem bereits laufenden MDG-Prozess zu verknüpfen.

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